Wirkung von Maca

Maca therapeutisch einsetzen 

Wirkung von Maca

Die therapeutische Wirkung von Maca bei Hormonmangel und -ungleichgewicht, Burn-Out, Unfruchtbarkeit und Wechseljahren. Wichtig sind Farbe, Form und Dosierung.

Wirkungsschwerpunkte von Maca-Pulver

Maca, botanisch: Lepidium peruvianum bzw. Lepidium meyenii, wird seit seiner Entdeckung durch die Chinchay-Kultur vor über 2000 Jahren vor allem als Fruchtbarkeitsmittel, Aphrodisiakum und Vitalitätsspender geschätzt. Unter der Inka-Herrschaft avancierte es zu einem der größten und wichtigsten Heil- und Stärkungsmittel der Inka-Medizin mit einer Vielzahl von therapeutischen Indikationen sowie zum Stärkungsmittel der Armee. Seit den 60er Jahren sind mit dem Wiederaufleben des groß angelegten Maca-Anbaus nach einer Phase der historischen Wirren rund um die peruanische Unabhängigkeit zudem eine Vielzahl von Studien hinzugetreten, die die Wirkung von Maca im Detail erforschen und zu immer detaillierten Ergebnissen und Anwendungsmöglichkeiten der Pflanze führen. Dies macht eine strukturierte Gruppierung des Themas in einzelne Kapitel notwendig, die im Folgenden Punkt für Punkt erläutert werden sollen.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Maca als Adaptogen – Wie Maca auf den Körper einwirkt,
  2. Maca für Energie und Vitalität, Blut und Knochen (Maca zur Remineralisierung),
  3. Maca für Muskelaufbau und Kraftausdauer (Maca für Fitness und Bodybuilding),
  4. Maca für die Libido (Maca als Aphrodisiakum),
  5. Maca für das Hormonsystem der Frau (Wechseljahre, Fruchtbarkeit, Zyklus, Schönheit),
  6. Maca für das Hormonsystem des Mannes (Prostata, Testosteron, Potenz, Spermien),
  7. Maca für die Psyche (Maca bei Burn-Out, Depression, Stress und Überlastung),
  8. Maca für Nerven, Gedächtnis und Lernvermögen (Maca für das Gehirn, Demenz),
  9. Macas Wirkung auf den Stoffwechsel (Schilddrüse, Diabetes, Bauchspeicheldrüse, Abnehmen),
  10. Nebenwirkungen und Risiken (z.B. bei einer akuten Nebenniereninsuffizienz).
  11. Wirkungsschwerpunkte der verschiedenen Maca-Sorten. (Gold-, Silber- und Bronzestandard)
  12. Einnahmeformen und ihre Wirkung (Rohpulver, gelatiniertes Pulver, Extrakt oder Tinktur).
  13. Besondere Inhaltsstoffe und ihre Wirkung.
  14. Macaqualität und Wirkung.

1. Maca als Adaptogen – Wie Maca auf den Körper einwirkt

Ein Adaptogen ist definiert als eine Substanz, die dem Körper bei einer Anpassungsleistung unter Stress hilfreich zur Seite steht. In der indischen Medizin sind Adaptogene auch als Rasayana bekannt. Macas Hauptwirkung ist nun genau seine Wirkung auf die Anpassung vor allem des Hormonsystems an erschwerte Bedingungen.

Maca ist eine

Macas Wirkung hat im „Lebenswillen“ der Pflanze in den unwirtlichen Höhen der Anden ihre Ursache.

So wie die Maca-Pflanze in sich Anpassungen vornimmt, um unter einem hohen Tag- und Nacht-Temperaturgefälle, großer Höhenlage, starker UV-Einstrahlung und der potentiellen Anwesenheit von Fressfeinden ein erfolgreiches Leben und eine Samenproduktion zu gewährleisten, so werden die äquivalente Anpassungsleistungen durch den Verzehr der Pflanze auch auf den Menschen übertragen. Man kann daher sagen, dass man in gewisser Hinsicht nicht nur chemische Verbindungen, sondern auch den „Lebenswillen“ des Pflanzenlebewesens verzehrt, was bei kaum einer Pflanze so deutlich sichtbar wird und so gut mit Studien belegt ist wie bei Maca. 

  • Remineralisierung: Maca bildet als einziges Mitglied der Kressegewächse ein unterirdisches Speicherorgan aus, das den Kraftaufwand der Samenbildung, durch eine Art mineralisches „Sparguthaben“ vorbereitet. Dies sorgt dafür, dass die Maca-Knollen einen hohen Mineralstoffgehalt aufweisen. Daraus könnte man nun schließen, dass man der Pflanze lediglich numerisch eine bestimmte Menge an Mineralstoffen abgewinnen könne. Dem ist aber nicht so, denn die Pflanze regt zugleich eine Veränderung der Transportproteine des Blutes an, die den Körper veranlassen genauso wie sie selbst verstärkt Mineralien aus der verzehrten Nahrung zu ziehen. Daraus ergibt sich, dass Maca wie logischerweise auch andere stark ziehende Pflanzen, und zwar vor allem in roher und damit lebendiger Form, beim Ausgleich einer Anämie helfen kann, ohne selbst die numerische Eisenmenge liefern zu können, die dazu benötigt wird, was es auch nachweislich tut.[i] 
  • Fruchtbarkeit: Maca „will“ unbedingt Samen produzieren, obwohl sich die Höhenlage für alle Lebewesen drückend auf das Reproduktionsverhalten und die Reproduktionsfähigkeit auswirkt. Diesen Willen nun überträgt sie genau so an einen Mann oder ein männliches Tier, dessen in der Höhenlage bis auf die Hälfte gesunkenes Spermienvolumen sich nach nur zwei Wochen vollständig regeneriert. Versuche mit anderen fruchtbarkeitsdämpfenden Stressfaktoren wie z.B. einer Pestizidvergiftung bei Ratten haben dem selben Effekt gezeigt und auch bei Frauen zeigen sich erstaunliche Anpassungsleistung wie eine punktgenaue Verzehnfachung der für den Eisprung relevanten Hormone direkt vor dem dafür vorgesehenen „Termin“.[ii] 
  • Libido: Auch an Macas starker aphrodisierender Wirkung lässt sich der robuste Fortpflanzungswille der Pflanze erkennen, der sich geballt in der Wurzelknolle anstaut.
  • Vitalität: Macas nährende Wirkung und Anpassung vor allem der Fruchtbarkeitshormone hat in sich bereits einen stimmungsaufhellenden und gleichermaßen anregenden wie entspannenden Effekt im Gepäck, da ein Ungleichgewicht auf dieser Ebene, z.B. ein Progesteronmangel bei Frauen, emotionales Ungleichgewicht und Schlafstörungen zur Folge hat. Die kleine peruanische Pflanze ist in den Hochanden einer einigermaßen stressreichen Umgebung ausgesetzt, in der sie eine annähernd doppelt, in manchen Jahreszeiten sogar dreimal so hohe Tagestemperaturamplitude aushalten wie eine im deutschen Klima wachsende Pflanze. In gleicher Form hilft Maca das Stressniveau im menschlichen Körper zu senken und vermittelt deutlichen Nervenschutz, einen tieferen Schlaf und ein allgemeines Gefühl von Erdung.
  • UV-Schutz: So wie sich die Pflanze auf die hohe UV-Einstrahlung der nebelarmen Hochanden einzustellen hat, so überträgt sie regt sie auch die Bildung eines körpereigenen UV-Schutzes in Ratten an. Zwar ist dieser erhöhte Schutz nicht ausreichend nach modernen Standards, er fügt sich jedoch folgerichtig in die Logik der Pflanze ein.[iii]

Insbesondere bei der Libido wirkt Maca rasch

Macas aphrodisierende Wirkung ist legendär und zeigt sich nach wenigen Stunden, viele der grundsätzlicheren Wirkungen der Pflanze brauchen jedoch länger. Zu den sofortigen Wirkungen bei der ersten Einnahme gehört auch die anregende Wirkung, die sich einer Cortisolspitze verdankt, die sich jedoch langfristig hin zu einer erdenden Senkung des hormonellen Stresspegels entwickelt. Auch Macas Einfluss auf die Spermienzahl und -beweglichkeit ist bereits am selben Tag bemerkbar, während die Beihilfe zur „Einrenkung“ des weiblichen Zyklus naturgemäß mehr Zeit in Anspruch nimmt. Die Sofortwirkung bzw. der Wirkungsaufbau folgt also der einfachen Logik der organischen Abläufe. Eine vollständige Übersicht der kurzfristigen und langfristigen Wirkungen finden Sie in den beiden Beiträgen Wirkungseintritt und Langzeitwirkung dargestellt.

Die Wirkung ist abhängig von Farbe, Dosierung und Darreichungsform

Maca existiert tatsächlich in verschiedenen Farben, die alle über unterschiedliche Wirkungsschwerpunkte verfügen, einige davon exklusiv (rotes Maca etwa hat als einzige Sorte Einfluss auf die Rückbildung einer Prostata-Vergrößerung) und auch in ihren Inhaltsstoffen voneinander abweichen. Gewöhnliches am Markt erhältliches Maca-Pulver ist in der Regel eine Mischung aus allen drei bzw. vier Hauptfarben gelb, rot, lila und schwarz im ungefähren Ernteverhältnis von 51% gelb, 22% lila, 17% rot und 10% schwarz. Gerade bei gezielter therapeutischer Anwendung zu bestimmten therapeutischen Themen (z.B. für männliche Fruchtbarkeit und Potenz) ist der gezielte Einsatz einer geeigneten Farbe (in diesem Falle: sortenreines schwarzes Maca) zu empfehlen, zumal sich die Studienlage gerade in dieser Hinsicht in den letzten Jahren immer weiter und genauer ausdifferenziert. 

maca-gold-standard

Kapitel 11: Macas Wirkungsschwerpunkte.

Eine eigene Auflistung aller Wirkungsschwerpunkte des gelben, lila, roten. schwarzen, sowie gemischten Maca-Pulvers finden Sie eigens im Abschnitt 11 tabellarisch dargestellt, und zwar geordnet nach Gold-Standard (Eines des besten Naturmittel in der jeweiligen Indikation), Silber-Standard, (Hochrangiges Naturmittel in der jeweiligen Indikation, aber alleine nicht ausreichend, sondern in Kombination) und Bronze-Standard (Nachweisliche Wirkung, die jedoch nicht primär im Vordergrund steht oder von anderen Naturmitteln übertroffen wird). Darüber hinaus finden sich die entsprechenden Hinweise auch in den verschiedenen Wirkungskapitel.

Ebenso hängt die Wirkung sowohl von der Qualität als auch von der Dosierung und der Darreichungsform im Allgemeinen ab. So ist Maca aus der in über 4100 m gelegenen Region Junín-Pasco grundsätzlich hochwertiger als Maca aus jeder anderen Region Perus, da sich bestimmte Wirkstoffe erst mit entsprechender Höhe in vollem Maße als Teil des Überlebensdrucks der Pflanze aufbauen. „Je niedriger die Anbauhöhe, desto günstiger das Maca“, gilt dabei als Faustregel. Seriöse Anbieter sollten daher sowohl Anbauhöhe als auch die genaue Anbauregion offen legen.

Hinzu kommt, dass Maca zum Einen als Rohpulver, zum Anderen als gelatiniertes Pulver sowie als konzentrierter Trocken- oder Flüssigextrakt (Tinktur) erhältlich ist, die jeweils bestimmte Indikationen und Anwendungsbereiche aufweisen und auch in der benötigten Dosierung abweichen. Welche Maca-Form bei welchen Indikationen am besten zum Einsatz kommt, finden Sie im Abschnitt 12 zur Übersicht und Orientierung aufgelistet.

2. Maca für Energie und Vitalität, Blut und Knochen

In der Traditionellen Chinesischen Medizin, in die Maca indes auch eingezogen ist, wird die Wurzel unter die Substanz-Energie (Jing) aufbauenden Pflanzen gezählt, was ihren Wirkungscharakter tatsächlich treffend beschreibt, denn die Pflanze hilft durch ihre remineralisierende Wirkung eine Kraftbasis, „Substanz“ aufzubauen. Auch rückt die basische Wurzel Verwirrungen im allgemeinen Hormongleichgewicht gerade und schafft somit nicht nur einen kurzfristigen Energieschub wie Kaffee, sondern einen Vitalitätszuwachs, der von der Basis her ansetzt. 

Maca verhilft dem Körper zu neuer Substanz und eisenreichem Blut.

Ein substantieller Teil von Symptomen der Erschöpfung, Ermüdung und des Leistungs- und Konzentrationsverlustes liegen in tatsächlich in einer Mangelversorgung mit essentiellen Mineralien wie zum Beispiel Eisen, Kalzium oder Magnesium begründet. Eisenarmes Blut beeinträchtigt die Sauerstoffaufnahme und damit die Fähigkeit des Organismus Energie aus dem Atem zu beziehen und auch Magnesium- und Kalziummangel gehen mit Erschöpfung einher. Ein Jod-Mangel beeinträchtigt die Arbeit der den Stoffwechsel vorantreibenden Schilddrüse etc. Maca hilft hier in doppelter Hinsicht, da es zum Einen einen ungewöhnlich hohen Anteil des Tagesbedarfs an Mineralstoffen in einer nur 10g Rohpulver umfassenden Tagesportion abzudecken imstande ist und zum Anderen die Mineralstoffausbeute aus der sonstigen Nahrung erhöht. 

Die „Warenseite“ Macas im Vergleich zum Tagesbedarf

MineralstoffEmpfohlene Tagesdosisca. pro 10 g MacaOrganische Funktionca. % des Tagesbedarfs
Kalzium (Ca)1000 mg25 mg
  • Haut, Zähne, Knochen, Nerven
  • Schutz vor Schwermetallen (Blei, Kadmium)
  • Mangel: Schlafstörungen, Reizbarkeit, rasche Ermüdbarkeit
2,5 %
Magnesium (Mg)300 bis 350 mg10,4 mg
  • Energieproduktion
  • Muskelregeneration
  • zahlreiche organische Verbindungen
  • Mangel: Depression, Bluthochdruck
3,5 %
Eisen (Fr)10 bis 15 mg1,5 mg
  • Haut, Haar, Nägel
  • Blutbildung (Hämoglobin)
  • Mangel: Erschöpfung 
10 %
Bor (B)3 mg0,5 mg
  • Sexualhormone, Serum Östrogene/Testosteron
  • Vitamin D
  • Osteoporose-Prävention
  • Arthritis-Prävention
18 %
Selen (Se)0,03 bis 0,07 mg0,2 mg
  • Mangelmineral in Dts. !
  • Abwehr freier Radikale
  • Immunresistenz, Immunstimulanz
  • Schutz vor Schwermetallen
  • organ. Funktionserhalt
ca. 700 % 
Mangan (Mn)2 bis 5 mg0,8 mg
  • Abwehr freier Radikale
  • Schildrüsenhormone
  • Sexualhormone
  • Speicherung von Glucose in der Leber
  • Bindegewebe
35 %
Kupfer (Cu)1 bis 1,5 mg0,6 mg
  • Schützt vor Anämie (Blutarmut)
  • Bindegewebe, Blutgefäße
  • Cholesterin-Haushalt
60 %
Jod (I)0,2 mg0.052 mg
  • Mangelmineral in Dts. !
  • Schilddrüse
  • Haut, Haare, Nägel
  • Mangel: Erschöpfung, Depression 
25 %
Zink (Z)7 bis 10 mg1, 2 mg
  • Mangelmineral in Dts. !
  • Knochen, Haut, Haare, Nägel
  • weibliche Fruchtbarkeit, Testosteron
  • Mangel: Depression, Akne 
15 %
Kalium (K)2000 mg205 mg
  • Herzrhythmus
  • Flüssigkeitshaushalt
  • Nervenfunktion
10 %

Vermehrung der Transportproteine: Globuline und Albumin

Hinzu kommt die Wirkung auf die Transportproteine des Blutes vermehrt, die für den Transport von Vitaminen, Hormonen und Mineralstoffen im Blut verantwortlich sind. Es handelt sich hierbei um eine Art von „Infrastrukturverbesserung“, die unter anderem auch eine erhöhte Vitalstoffaufnahme aus der sonstigen Nahrung zur Folge hat. Insbesondere das Blutprotein Albumin, das im Normalfall 55 bis 60 % des Plasmaproteins des Blutes ausmacht, wird durch die Gabe von gekochtem Maca (gelatiniertem Maca) deutlich erhöht.[iv] Manche Substanzen wie Fettsäuren, ionische Mineralstoffe (Magnesium Mg2+, Kalzium Ca2+) und Spurenelemente können ohne Albumin überhaupt nicht im Blut transportiert werden und erreichen somit auch ihren Einsatzort im Körper nicht. Albumin ist außerdem für den Transport der für den Stoffwechsel relevanten Schilddrüsenhormone verantwortlich. Auch die Verfügbarkeit bestimmter Arzneimittel ist vom Albumin-Gehalt des Blutes abhängig. Albuminmangel zeugt von einer ungesunden Lebensweise und von einer Leberschädigung und führt unter anderem zu einem Verlust des osmotischen Drucks im Gewebe und einer Aufschwemmung der Gefäße (Ödeme).

3. Maca für Muskelaufbau, Kraftausdauer und Fitness 

Die Inka gebrauchten Maca als nährende Kraftnahrung für ihre Soldaten und ließen es zur Sicherung einer ganzjährigen Versorgung großflächig im gesamten Andenraum anbauen. So ist es nicht verwunderlich, dass Maca immer häufiger in Nahrungsergänzungsmitteln für Sportler zu finden ist. Dabei gilt es allerdings zu beachten, dass sich Maca nicht in jeder Form für den gezielten Muskelaufbau eignet. Es bedarf tatsächlich sowohl der richtigen Sorte als auch der richtigen Einnahmeform um einen deutlichen Effekt zu erzielen, der dann allerdings durchaus und entgegen landläufiger Behauptungen steroid ausfällt.

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Schwarzes Maca unterstützt Muskelaufbau und Regeneration.

Trotz seiner starken Wirkung auf die Libido nämlich ließ sich lange Zeit keine Steigerung des Testosteronspiegels bemerken, so dass man dazu überging nach anderen Wirkmechanismen für den aphrodisierenden Effekt zu suchen. Die betreffenden Studien arbeiteten wie die Mehrheit der frühen Studien zur Wirkung von Maca allerdings mit vergleichsweise geringen Dosierungen von nur 3 g.[v] – Eine Einnahmemenge zum Vergleich, die den täglichen Verzehr etwa der Inka und ihrer Soldaten um das Zehnfache unterschreitet. Erst eine neue japanische Studie hat diesen Trend durchbrochen und bei Verabreichung eines konzentrierten hydroalkoholischen Extraktes an 8 Wochen alte männliche Ratten tatsächlich eine messbare steroide Wirkung nachweisen können, und zwar nicht in Form von einer Freisetzung durch SHBG gebundenen Serumtestosterons, sondern tatsächlich einer Mehrproduktion der Testosteronfabriken selbst, also der Leydig-Zellen.[vi] Der genaue Wirkmechanismus und Wirkstoff sind allerdings nicht geklärt.

Bezüglich der Ausdauerleistung und Regeneration konnten allerdings die für die Maca-Pflanze einzigartigen Macamide identifiziert werden, die in Ausdauerschwimmversuchen mit Mäusen deutliche Leistungssteigerungen bewirkten.[vii] mit 123 mg pro 10 g Portion 1:1 Rohpulver ist das sortenreine schwarze Maca von allen Maca-Sorten dasjenige, das den höchsten Macamidgehalt aufweist. Macamide wirken als Endocanabinoide unter anderem schmerzstillend und entzündungshemmend.

Für einen detaillierten Einnahmeplan und eine Dosierungsanleitung für Sportler lesen Sie bitte den Beitrag Schwarzes Maca für Muskelaufbau und Bodybuilding.

4. Maca für Potenz und Libido

Maca ist seit Inka-Zeiten besonders für seine aphrodisierende Wirkung bekannt und begehrter Hauptbestandteil alter peruanischer Liebestränke. Wie bereits oben erwähnt folgt die Wirkrichtung der Pflanze auch hier ihrer eigenen Lebensweise: So wie sie unter widrigen Bedingungen alles daran setzt sich erfolgreich fortzupflanzen, so veranlasst sie auch den sie Verzehrenden zu derartigen „Bemühungen“.

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Maca ist in Peru die Nummer 1 unter den Aphrodisiaka.

Macas aphrodisierende Eigenschaft wird in fast allen Studien als einer der beobachteten Effekte aufgeführt. Besonders interessant sind dabei diejenigen Studien und Studienergebnisse, die sich mit der Wiederherstellung einer gestörten Libido und Potenz bei Männern und Frauen beschäftigen, also Macas aphrodisierende Kraft einer dämpfenden Außeneinwirkung gegenüber stellen. Hier erst zeigt sich die Kraft der Pflanze, die etwa den durch Antidepressiva verursachten Libidoverlust wieder hat auffangen können.[xiii] Auch männlichen Probanden mit leichter erektiler Dysfunktion konnte mit der Gabe von Maca geholfen werden um nur einige der Ergebnisse zu nennen.[ix] Spezialisierte Forschungen zu schwerwiegenderen Formen der sexuellen Dysfunktion stehen allerdings derzeit noch aus. Desweiteren ist zu erwähnen, dass alle Maca-Sorten aphrodisierend wirken, die schwarze jedoch am meisten, gefolgt vom gemischten Maca-Pulver in erntetypischer Zusammensetzung.

Für einen detaillierten Einnahmeplan und eine Dosierungsanleitung zur Steigerung von Libido und Potenz bei Mann und Frau lesen Sie bitte den Beitrag Maca für Potenz und Libido.

5. Maca für Frauen und das weibliche Hormonsystem

In der Heilkunde der Inka galt Maca als Heilmittel für alle hormonell bedingten Beschwerden der Frau angefangen von Zyklusbeschwerden bis hin zu den Wechseljahren und dies aus gutem Grund: Maca scheint über einen noch nicht letztgültig geklärten, aber vermutlich mit seinen Pflanzensterolen zusammenhängenden Effekt auf die Hypothalamus-Hypophysen-Ovarien-Achse einzuwirken und diese zu einer Neujustierung der Hormonproduktion von innen her zu veranlassen. Daher spricht man von einem Adaptogen und nicht von Phytohormonen, auch wenn diesbezüglich noch vereinzelt Falschaussagen kursieren.

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Maca fügt dem Körper keine Phytohormone zu, sondern verändert die Hormonproduktion.

Maca steigert also nicht pauschal irgendeine hormonelle Komponente, sondern sorgt für ein relatives Fließgleichgewicht etwa der Östrogene und Gestagene. So wurde zum Beispiel bemerkt, dass eine Maca-Gabe nicht etwa zu einer ständigen, sondern zu einer hochgradig punktgenauen Hormoneinspritzung vor dem designierten Eisprungtermin führt.[x] Auch in Studien zur Menopause hob die Pflanze den Spiegel bestimmter Hormone sanft und gerade über die symptomatische Schwelle (die Wechseljahre können durchaus symptomlos verlaufen).[xi] Dabei ist zu bemerken, dass auch hier eine intelligente Dosierung unerlässlich ist. 

Rotes Maca für den Zyklus, die Fruchtbarkeit und die Schönheit

Rotes Maca ist vermutlich die wichtigste Sorte für Frauen vor Anbruch der Wechseljahre, da sie vor allem dem weiblichem Zyklus auf geregelte Bahnen hilft, und zwar offenbar ganz wesentlich durch einen Ausgleich des Östrogen-Gestagen-Verhältnisses, dessen Ungleichgewicht (auch Östrogendominanz genannt) eine Reihe von mittlerweile typischen Beschwerden begünstigt, darunter PMS, Stimmungsschwankungen sowie anovulatorische Zyklen, also Zyklen, die ohne Eisprung verlaufen. Außerdem führen hormonelle Mangelzustände eine Aufschwemmung des Gewebes durch Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme sowie Hauttrockenheit mit sich, was das Allgemeinbefinden zusätzlich dämpfen kann. Rotes Maca nun scheint von allen Maca-Sorten den größten Einfluss auf die Korrektur des weiblichen Zyklus zu besitzen und vermag dabei unterstützen den weiblichen Zyklus einschließlich des Eisprungs wieder herzurichten. Die genauen chemischen Gründe für diese Wirkung sind jedoch noch nicht geklärt. Rotes Maca zeichnet sich überhaupt durch einige Sonderwirkungen vor den anderen Maca-Sorten aus wie noch zu sehen ist.

Für einen detaillierten Einnahmeplan und eine Dosierungsanleitung bei PMS und Menstruationsbeschwerden lesen Sie bitte den Beitrag Rotes Maca bei PMS. Wünschen Sie sich hingegen ein Kind finden Sie ausführliche Informationen im Beitrag Maca für den KinderwunschEine Anleitung zur Einnahme und Dosierung für Eisprung und Empfängnis finden Sie darüber hinaus unter Einnahme und Dosierung für weibliche Fruchtbarkeit

Lila und Gelbes Maca in den Wechseljahren und in der Postmenopause

Auch die Beschwerden der Wechseljahre beruhen ganz wesentlich auf einem Abfall der Geschlechtshormone, wobei mit der Prämenopause zunächst der Progesteron-Spiegels zu sinken beginnt, bevor mit dem eigentlichen Einsetzen der Menopause auch der Estradiol-Spiegel folgt. Im Zuge dessen kommt es zu einer Reihe von Beschwerden, zu denen vor allem Menstruationsbeschwerden, Stimmungsschwankungen sowie Hitzewallungen gehören. In der Regel wird in einem solchen Fall einer Hormonersatztherapie (HRT) verabreicht, die jedoch mit Nebenwirkungen und einem Krebsrisiko behaftet ist. Lila bzw. Rotes Maca hilft hier zu einer deutlichen Verbesserung der Lage, einer leichten und angemessenen Steigerung von Estradiol, Progesteron und FSH, einem Gefühl von Ruhe und Erdung, Gewichtsverlust und einem Abklingen der Symptome bei der überwiegenden Mehrheit der Studienteilnehmerinnen innerhalb von nur 8 Wochen trotz vergleichsweise geringer Dosierung.[xii]

Ab etwa einem Jahr nach Ausbleiben der letzten Regelblutung geht die Menopause in die Postmenopause über. Mit Einsetzen der Postmenopause tritt dann ein Estradiolmangel symptomatisch in den Vordergrund. Diesem nun kommt gelbes Maca bei, indem es auch in diesem Fall den Hormonspiegel leicht und über den symptomatischen Bereich hinweg hebt und dabei gleichzeitig das Ausschleichen der Fruchtbarkeitshormone FSH und LH beschleunigt.[xiii] Auch hierin zeigt sich die adaptogene, also gleichsam intelligente Wirkweise der Pflanze. – Sowohl gelbes als auch lila Maca begünstigen darüber hinaus die Zunahme der Knochendichte und beugen damit der Osteoporose aktiv vor.  

Für umfassende Informationen zur hormonellen Wirkung von Maca auf Wechseljahrsbeschwerden lesen Sie bitte den Beitrag Die Wechseljahre mit Maca meistern. Für einen detaillierten Einnahmeplan und eine Dosierungsanleitung während der Prä- und Perimenopause lesen Sie bitte den Beitrag Maca-Dosierung in den Wechseljahren bzw. den Beitrag Maca-Dosierung in der Postmenopause so Sie sich bereits in der Postmenopause befinden.

Wichtig für Frauen: Pille und Schwangerschaft

Wechselwirkungen zwischen Maca und der Pille sind bislang nicht bekannt, jedoch geht die die Wirkrichtung der Pflanze an und für sich in die entgegengesetzte Richtung, so dass ein Gebrauch von Maca insbesondere zusammen mit anitandrogen wirkenden Verhütungsmitteln eher nicht ratsam erscheint. Nach Absetzen der Pille unterstützt rotes Maca jedoch beim Wiederaufbau eines geregelten Zyklus und einer gesunden Libido. 

Schwangeren wird aus Gründen der Sicherheit und in Ermangelung spezifischer Studien in der Regel vom Verzehr von Maca abgeraten. Es gibt jedoch auch Hinweise, dass sich gelbes Maca in der ersten Zeit der Schwangerschaft zur Abortprävention eignen könnte, da Maca im Tierversuch die Einnistung von Embryonen in der Gebärmutterschleimhaut positiv beeinflusst.[xiv] In diesem Falle sollte unbedingt auf ein schonend vorgekochtes gelatiniertes Maca zurückgegriffen werden, um eine etwaige Reizung des kindlichen Darmes sicher auszuschließen.

6. Maca für Männer und das männliche Hormonsystem

Macas Wirkung zur Steigerung der Manneskraft sind legendär und sicherlich ganz wesentlich für die enorme Beliebtheit der Wurzel bei den Spaniern mitverantwortlich, die sich die Wurzeln bis in die spanischen Heimat haben liefern lassen. In den Hochanden ist Viehzucht überhaupt nur durch die Verfütterung von Maca möglich, die das enorm gedämpften Spermienvolumen männlicher Tiere und Menschen wieder herrichtet. 

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Insbesondere schwarzes Maca stellt die Manneskraft wieder her.

So wie die weibliche so durchläuft auch die männliche Hormonproduktion, die wesentlich ist für die Libido, Motivation und geistige Klarheit des Mannes, einen Prozess des Aufblühens und Absinkens (Andropause) in diesem Fall des Testosteronspiegels, der mit einer Reihe von typischen Erscheinungen einhergeht und das Leben des Mannes in klare Lebensalter unterteilt. Hinzu kommen verschiedentlich begründete Schwankungen im Hormonhaushalt, Übergewicht, Stress und Östrogenüberschüsse, die bei einer zunehmenden Zahl von Männern zu Beschwerden wie Potenzstörungen, Libido- und Motivationsverlust bis hin zu einem Verlust der Zeugungsfähigkeit führen. Insbesondere schwarzes Maca kann hier ausgleichend wirken.

Rotes Maca für Prostata und Haare und bei DHT-Überschuss

Typischerweise mit Einsetzen der Andropause, also ab dem 50. Lebensjahr, beginnt bei Männern die Prostata durch Zellvermehrung anzuschwellen, was eine Reihe von Beschwerden wie etwa häufigen Harndrang zur Folge hat. Doch nicht nur mit dem Alter, sondern auch nach längerfristigem Missbrauch anaboler Steroide kommt es zu einer Veränderung des Prostatagewebes. Zwar sind die Ursachen für dieses Anwachsen nicht letztgültig geklärt, ein wesentlicher Ansatzpunkt ist jedoch ein Überschuss des Hormons DHT, das Zellwucherungen im Prostatagewebe begünstigt und darüber hinaus auch ein Absterben der Haarfollikel und Glatzenbildung.

Sortenreines rotes Maca Rohpulver und nur dieses reduziert die DHT-Konzentration nachweislich, indem es den Zinkgehalt der Prostata senkt. Es enthält darüber hinaus von allen Maca-Sorten die größte Menge des Senfölglycosids Glucotropaeolin (GLT), dem in der Prostata-Krebs-Forschung eine zellvermehrungshemmende Wirkung hat nachgewiesen werden können.[xv] Seine Wirkmächtigkeit in der Halbierung der Prostatagröße in nur 42 Tagen hat sich dabei auch bei steroid bedingter Hyperplasie bewährt (Testosteron Enantat).[xvi] Zur Behandlung von Haarausfall und Glatzenbildung mit rotem Maca existieren zwar noch keine spezifischen Studien, es besteht jedoch ein starker Verdacht, dass sich DHT-bedingter Haarausfall ebenfalls zurückbilden könnte. 

Für einen detaillierten Einnahmeplan und eine Dosierungsanleitung bei Prostatahyperplasie lesen Sie bitte den Beitrag Rotes Maca bei Prostatavergrößerung.

Schwarzes Maca für fitte Spermien, Testosteron, Libido und Potenz

Macas Wirkung auf die Spermienzahl und -motilität gehört zu den eindrucksvollsten seiner Wirkungsbereiche. In großer Höhe etwa halbiert sich die Spermienzahl, was die Pflanze nach nur 14 Tagen vollständig kompensiert, doch auch gegen die Einwirkung von Pestiziden und Schwermetallen konnte sich insbesondere schwarzes Maca im Tierversuch durchsetzen.[xvii] Darüber hinaus ist sortenreines schwarzes Maca für Libido und Potenz die erste Adresse, da es von allen Maca-Sorten die stärkste steroide Wirkung aufweist und sich in Form von Konzentraten durchaus dazu eignet die Leydig-Zellen der Hoden von Innen her zu einer Mehrproduktion von Testosteron anzuregen, was im Gegensatz zur Einnahme von künstlichen Hormonen nicht mit Nebenwirkungen behaftet ist.

Für einen detaillierten Einnahmeplan und eine Dosierungsanleitung bei Testosteronmangel lesen Sie bitte den Beitrag Schwarzes Maca bei Testosteronmangel bzw. den Beitrag Einnahme und Dosierung für männliche Fruchtbarkeitwenn sie ihre Spermienqualität verbessern wollen.

7. Maca bei Stress, Depression und Burn-Out

Fast alle Menschen sind mittlerweile übermäßig oder unnatürlich belastet und wirtschaften in der einen oder anderen Form an sich selbst und den Bedürfnissen ihres Körpers und ihrer Seele vorbei. Man spricht dabei von Stress, der in chemischer Form als hoher Cortisol-Spiegel durch die Adern rast und physiologische Veränderungen einleitet. Ist der Pegel und die Grenze der Belastbarkeit überschritten, so leitet eine dauerhafte Belastung in ein Burn-Out mit organischen Depressionssymptomen über. Insbesondere dunkle Maca-Sorten können hier Abhilfe schaffen, den hormonellen Stresspegel langfristig senken und ein Gefühl von Erdung und Lebensfreude zurückgeben – und das im Wesentlichen ohne Nebenwirkungen.[xviii]

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Die dunklen Maca-Sorten greifen bei Burn-Out unter die Arme.

Die dunklen Maca-Sorten lila (rot) und schwarz – wenn erhältlich am besten als Mischung und konzentriert – sind eine einfache naturheilkundliche Notfallration bei starken Belastungssituationen in Betracht zu ziehen, da sie eine Reihe von Wirkstoffen enthalten, die unter Stress segensreich sein können. Die grundsätzliche Eigenschaft Macas nach längerem Verzehr zur Senkung des Cortisolspiegels beizutragen wurde bereits genannt, hinzu kommen jedoch noch einige psychoaktive Bestandteile der Pflanze, die den angstlösenden und stimmungsaufhellenden Effekt der Pflanze mitbegründen, die sich vor allem auch in Form von besserem Schlaf bemerkbar macht. 

Dies ist insofern von entscheidender Bedeutung, da das Schlafverhalten ist einer der stärksten Indikatoren für den psychophysischen Zustand eines Menschen ist, denn unter Stress schläft man schlecht ein, nicht durch oder wacht panisch auf. Der gestresste Mensch hat also keine Pause von seiner Überlastung, da eine chemische Veränderung des Gehirns den schlechten Schlaf erzwingt. Beobachtet man wie im Falle von Maca also eine nachweisliche Verbesserung des Schlafes, so ist dies in sich bereits ein starkes Indiz für eine positive Veränderung der Hirnchemie.[xix]

Für diese Veränderung zeichnen sich verschiedene in Maca vorhandene Wirkstoffe verantwortlich. So gelten die in schwarzem Maca in höchsten Maße enthaltenen Macamide, und zwar insbesondere das Macamid N-3-Methoxybenzyl-Linoleamid, als zugleich angstlösende und schmerzlindernde FAAH-Inhibitoren. FAAH-Inhibitoren werden in der neueren psychopharmakologischen Forschung als Hoffnungsträger für die Behandlung von Angsterkrankungen gehandelt. Sie verhindern die Neutralisation schmerzstillender und beseligender körpereigener „Drogen“, den so genannten Endocannabinoiden, die wie auch die Wirkstoffe des Cannabis an bestimmte dafür vorgesehene Rezeptoren im Gehirn andocken, so sie nicht daran gehindert werden.[xx] 

Eine weitere Wirkrichtung Macas im Zusammenhang mit Burn-Out und Depression ist die Gluthation-steigernde Eigenschaft der lila MacaSorte (und nur dieser im Übrigen). Gluthation ist ein Antioxidanz, das unter anderem wichtig für den DopaminStoffwechsel ist.[xxi] Der Neurotransmitter Dopamin gehört zum körpereigenen Belohnungssystem, das in depressiven Zuständen naturgemäß gedämpft ist. 

Neben dem Dopaminspiegel wurde auch der NoradrenalinSpiegel in einer chinesischen Studie an unvorhersehbar unter Druck gesetzten Mäusen, und zwar vor allem durch konzentrierten und im Falle der Studie: alkoholischen Maca-Extrakt deutlich stabilisiert.[xxii] Die Mäusegehirne wiesen dabei einen signifikant verbesserten antioxidativen Status des Gehirns auf, wenngleich die genauen Wirkstoffe noch nicht im Detail haben identifiziert werden können. In jedem Falle ist der aus dieser jüngeren Studie gewonnene Hinweis klar: eine Tinktur bzw. ein anderweitiges Konzentrat ist bei depressiven Beschwerden ratsam.

8. Maca für Nerven, Gedächtnis und Lernvermögen

Im Zusammenhang mit Macas allgemeiner Wirkung auf die oben ausgeführte Anhebung der Gemütslage sowie der Verbesserung Schlafes, des hormonellen Stresslevels und des oxidativen Zustandes des Gehirns ist außerdem seine neuroprotektive, also nervenschützende, und in verschiedenen Lernstudien mit Mäusen und Ratten tatsächlich sogar geistig leistungssteigernde Wirkung gesondert herauszustellen. Diese äußert sich in den Gebieten Gedächtnis, geistige Klarheit und Lernvermögen, wobei sich auch hier die neuroprotektiven und leistungssteigernden Macamide mitverantwortlich zeichnen, die in sortenreinem schwarzen Maca im höchsten Maße enthalten sind und so seine herausragende Stellung unter allen Maca-Sorten auf diesem Gebiet ganz wesentlich mitbegründen.

Besonders schwarzes Maca steigert Gedächtnis und kognitive Funktionen.

Besonders schwarzes Maca steigert Gedächtnis und kognitive Funktionen.

Untersucht wurden in diesem Zusammenhang zwar noch nicht die Wirkung auf Aufmerksamkeitsdefizit- oder Lernstörungen bei Menschen, wohl aber das Gedächtnis und Lernvermögen von Mäusen, denen man die Eierstöcke entfernt und damit einen Hormonverlust zugefügt hat, der sie kognitiv einschränkt und demenzähnliche Erscheinungen nach sich zieht. Schwarzes Maca vermochte die so erworbene Einschränkung zwar nicht vollständig, aber erstaunlich weitgehend aufzufangen, wobei insbesondere seine deutlich hemmende Wirkung auf Acetylcholinesterase auffiel.[xxiii] Acetylcholinerase-Hemmer (AChE-Hemmer) sind mittlerweile tatsächlich Kernbestandteile von Medikamenten gegen Alzheimer und Demenz. Dabei ist zu bemerken, dass der Grad der Hemmung im Tierversuch auch von der Höhe der Dosierung abhing und sich die Wirkung mit zunehmender Dosierung verstärkte – ein Leitmotiv in der Maca-Forschung.

Ein weiterer Erklärungsansatz für die durch Maca erworbene kognitive Leistungssteigerung und Verbesserung des Gedächtnisses ist Macas Wirkung auf die zentralen Energiefabriken der Zellen, die Mitochondrien. Hier nämlich verbessert es die Autophagie, d.h. die Entsorgung von Proteinabfällen – in diesem Fall von ausrangierten Mitochondrien, die den Zelleninnenraum zumüllen. Ist diese zentrale Fähigkeit auszumisten und damit ganz buchstäblich und biologisch Klarheit zu schaffen gehemmt oder eingeschränkt, so sind Demenz und andere neurodegenerative Erkrankungen die Folge.[xxiv] Gerade in der naturheilkundlichen Prävention von Demenz könnte (schwarzes) Maca also einen Platz einnehmen. 

9. Macas Wirkung auf den Stoffwechsel, Diabetes und Gewicht

Macas vielfältige anregende Wirkungen auf den Fett- und Zuckerstoffwechsel und die Schilddrüse können dabei unterstützen den Fettabbau und die Gewichtsabnahme zu beschleunigen und Diabetes vorzubeugen. Die hormonell ausgleichende Wirkung der Pflanze sorgt außerdem dafür, dass sich hormonell bedingte Wassereinlagerungen abbauen. Sie regt zudem das Muskelwachstum an, was den diätetischen Bemühungen zusätzlich entgegen kommt.

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Der Verzehr von Maca allein verbessert alle Stoffwechselfaktoren des metabolischen Syndroms.

Macas Wirkung auf den Stoffwechsel lässt sich vor allem an drei für den fundamentalen Faktoren festmachen, nämlich der antioxidativen Wirkung, der Senkung der Triglyceride sowie des LDL-Cholesterins als auch eine deutliche Verbesserung des Glucose-Stoffwechsels. Alle drei Faktoren – oxidativer Status, Fettstoff- und Zuckerwechsel – sind bei Diabetes, metabolischem Syndrom, Herz-Kreislauferkrankungen, einigen Krebsarten sowie weiteren chronischen Krankheiten ursächlich, wobei neben einer ungünstigen Ernährung und Lebensführung tatsächlich u.a. auch ein Mangel verschiedener (Verdauungs-)Enzyme eine entscheidende Rolle spielen kann. In allen diesen drei Bereichen nun hat sich Maca im Tierversuch mit diabetischen Mäusen erprobt, deren Glucose-Toleranz bei einer Saccharose-reichen Diät deutlich zunahm.[xxv]

Hinzu kam eine ebenfalls deutliche Zunahme von antioxidativen Faktoren im Blut, darunter u.a. Glutathionperoxidase (vermutlich ganz wesentlich mitbegründet in Macas enorm hohen Selengehalt). Die Bedeutung von Gluthation und Gluthationverbindungen ist bereits im Zusammenhang mit Macas stimmungsaufhellender Wirkung bei Depressionen genannt worden, da sie ebenfalls mit dem Dopamin-Stoffwechsel zusammenhängt und damit mit dem körpereigenen Belohnungssystem.

Kann man mit Hilfe von Maca leichter Abnehmen? Die kurze Antwort ist ja, solange die notwendigen Lebensstilveränderungen nicht ausbleiben. Ein ausgeglichener Hormonhaushalt hat allerdings auch mehr oder weniger direkte Auswirkungen auf das Körpergewicht, da etwa ein Progesteronmangel mit Wassereinlagerungen einhergehen kann, die logischerweise bei Ausgleich ausgeschieden werden. Darüber hinaus motiviert ein gesteigertes Allgemeinbefinden durchaus zu mehr Bewegung.

10. Risiken und Nebenwirkungen von Maca

Maca ist ein Naturprodukt und Grundnahrungsmittel, das im Prinzip ohne Nebenwirkungen ist, was jedoch nicht heißt, dass es von jedermann gut vertragen wird. So enthält Maca einige unter Umständen fragliche Inhalts- und Wirkstoffe wie etwa die Senfölglycoside, die als natürliches Pestizid zwar auch im menschlichen Körper verschiedene immunsteigernde Funktionen übernehmen, jedoch von Menschen mit empfindlichen Magen- und Darmschleimhäuten als reizend empfunden werden. Ihnen ist das Ausweichen auf eine schonend vorgekochte gelatinierte Maca-Variante anzuraten. 

nebenwirkungen-maca

Maca ist für die meisten Menschen bedenkenlos.

Darüber hinaus enthält die Pflanze auch potentiell psychoaktive Beta-Carboline, jedoch wiederum nicht in einer Menge, die bei einer normalen Tagesportion in Betracht kommt. Für eine toxikologische Bedenklichkeit müsste mindestens ein Kilogramm Maca am Tag verzehrt werden, was nicht geschieht.

Nichtsdestotrotz kann die hormonelle Wirkung der Pflanze selbst als überfordernd wahrgenommen werden (Schlaflosigkeit, Herzrasen, extreme Libidosteigerung), so dass es sich lohnt die Dosierung einzuschleichen bzw. gegebenenfalls zu reduzieren. Auch Frauen mit Testosteron-Überschuss sollten insbesondere von schwarzem Maca Abstand nehmen, da dies ihren Zustand verschlimmern könnte. (Hierzu liegen tatsächlich auch bereits erste Studienergebnisse vor.[xxvi])

Toxikologisch bedenklich wären allerdings, die in schlecht verarbeiteten, feucht gelagertem oder altem Maca enthaltenen Schimmelpilze, so dass es sich lohnt beim Maca-Kauf eingehend auf Qualität und Erntejahr zu achten. Bei sachgemäßer Trocknung und Lagerung besteht allerdings keinerlei Gefahr.

Darüber hinaus ist im Prinzip lediglich noch Macas hoher Kalium-Gehalt zu nennen, der vor allem für Menschen mit einer chronischen Nebenniereninsuffizienz von Bedeutung ist, denen im Allgemeinen eine Drosselung des Kalium-Verzehrs angeraten wird. Dies wird vor allem dann relevant, wenn die tägliche Urinmenge auf unter 1000 ml am Tag gesunken ist.

Schwangeren wird wie bereits in Kapitel 5 erwähnt vom Verzehr von Maca abgeraten, obwohl es keine Hinweise auf eine negative Beeinflussung der Schwangerschaft gibt. Auch Schwangeren, die in Eigenverantwortung auf Maca zurückgreifen möchten, ist zu einem schonenden gelatinierten Maca und einer achtsamen Dosierung geraten.

11. Wirkungsschwerpunkte der verschiedenen Maca-Sorten

Um einen noch genaueren Überblick über die verschiedenen Wirkungsbereiche der 5 primären Maca-Sorten rot, lila, schwarz, gelb und gemischt zu erhalten, finden Sie im Folgenden eine tabellarische Auflistung aller Wirkungen sortiert nach Gold-, Silber- und Bronze-Standard.

  • Bei Wirkungen, die in den Bereich Gold fallen, kann Maca als eines der besten verfügbaren Naturmittel und erste Wahl bei entsprechender Indikation gewertet werden.
  • Im Bereich Silber finden sich deutliche und herausragende Wirkungen, die allerdings von anderen Naturmitteln noch übertroffen werden. Maca ist hier am besten in Kombination anzuwenden.
  • Und im Bereich Bronze schließlich sind weitere Wirkungen zu finden, die aber in ihrer Intensität nicht im Vordergrund stehen.

Die Abstufungen A+ bis A+++ etc. sollen darüber hinaus bei überlappenden Wirkungsbereichen noch einen Binnenvergleich der verschiedenen Maca-Sorten ermöglichen. Besonders herausragende Wirkungen sind zusätzlich fett markiert. 

FarbeGold-StandardSilber-StandardBronze-Standard
Gelb

Postmenopause A++

Stressresistenz A++

Libido (m und w) A++

Hormonelle Balance A++

Remineralisierung B++

Senkt Blutdruck B++

Knochendichte B++

Glucose-Metabolismus B+++

Angstlösung B++

Antidepressivum B+++

Gewichtsabnahme B++

Anti Aging C++

Antioxidans C+

Entgiftung

UVB-Schutz C+

Rot

Eisprung, Empfängnis A++

Perimenopause A+++

Östrogendominanz A+++

Prostatahyperplasie A++

Andropause A++

Stressresistenz A+++

Libido (v.a. w) A++

Remineralisierung B++

Senkt Blutdruck B+++

Knochendichte B++

PMS B++

Angstlösung B+++

Antidepressivum B++

Gewichtsabnahme B++

Anti Aging C++

Haarausfall (DHT) C+

Antioxidans C+++

UVB-Schutz C++

Akne C+

Lila

Prämenopause A+++

Perimenopause A+++

Östrogendominanz A+++

Stressresistenz A+++

Libido (v.a. w) A++

Remineralisierung B++

Senkt Blutdruck B+++

Knochendichte B++

PMS B++

Angstlösung B+++

Antidepressivum B++

Gewichtsabnahme B++

Anti Aging C++

Haarausfall (DHT) C+

Antioxidans C+++

UVB-Schutz C++

Akne C+

Schwarz

Spermienqualität A+++

Spermienzahl A+++

Libido (m und w) A+++

Muskelaufbau A++

Sportliche Leistung A++

Mentale Klarheit A++

Stressresistenz A+++

Remineralisierung B+++

Senkt Blutdruck B+

Knochendichte B+++

Angstlösung B++

Antidepressivum B+++

Gedächtnis B++

Lernvermögen B++

Gewichtsabnahme B++

Testosteron B+++

Anti Aging C+

Antioxidans C++

UVB-Schutz C++

Gemischt

Allgemeine Fruchtbarkeit A++

Allgemeine Libido A++

Hormonelle Balance A++

Allgemeine Vitalität A+++

Stressresistenz A++

Remineralisierung B++

Senkt Blutdruck B++

Knochendichte B++

Glucose-Metabolismus B++

Angstlösung B++

Antidepressivum B++

Gewichtsabnahme B++

Anti Aging C++

UVB-Schutz C+

Antioxidans C++

Entgiftung

Immunstärkung  C++

12. Macas Einnahmeformen und ihre Wirkung

Maca existiert in verschiedenen Einnahmeformen, die verarbeitungsbedingt auch verschiedene Wirkprofile aufweisen. Das klassische Macapulver ist ein 1:1 Rohpulver aus sonnengetrockneten und anschließend zu Mehl vermahlenen Maca-Wurzeln. Bestimmte Wirkstoffe entstehen bereits in diesem Trocknungsvorgang. So wandeln sich etwa die Macaene in die wirkmächtigen Macamide um. Alle diese Einnahmeformen haben im Prinzip ihre Berechtigung und sind je nach Indikation angemessen oder unangemessen, besser oder schlechter geeignet.

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Macas verschiedene Einnahmeformen unterscheiden sich in den Inhaltsstoffen und der Wirkung.

1:1 Rohpulver enthält nichtsdestotrotz noch einen Großteil der Vitamine und Enzyme, andere Wirkstoffe hingegen in gleichsam „verschlossener“ Form in seinen Stärken eingefaltet. Außerdem enthält es das volle Spektrum der immunwirksamen Senfölglycoside. Als Rohkostprodukt ist seine Wirkung bei normaler Verdauung daher als Basismaca für jeden Tag geeignet. Insbesondere auf die Senfölglycoside, die sogar krebshemmend wirken, sollte nur dann verzichtet werden, wenn eine unbedingte Unverträglichkeit besteht. Für bestimmte Wirkungen wie etwa die Rückbildung einer Prostatahyperplasie ist ein (sortenrein rotes) Rohpulver oder alternativ ein Glycerin-Extrakt, über den noch zu sprechen sein wird, überhaupt die erste Wahl, da ein Gutteil der gewünschten Wirkung eben auf den Senfölglycosiden beruht.

1:1 oder 4:1 gelatiniertes Maca ist unter hohem Druck schonend vorgekochter und dann pulverisierter Maca-Brei. Durch den Kochvorgang werden die schwer verdaulichen Stärken aufgebrochen und die Senfölglycoside weitgehend entfernt, was für Menschen mit empfindlicher Verdauung unerlässlich ist. Gleichzeitig werden wiederum einige andere Wirkstoffe Macas erschlossen und dadurch bioverfügbarer, wenngleich auch notwendig ein Teil der Enzyme und Vitamine verloren geht. Die Wirkung wird dadurch intensiver und spitzt sich in gewisser Hinsicht zu, vor allem wenn zusätzlich ein Konzentrat vorliegt. Insbesondere Schwangeren ist ein gelatiniertes Pulver angeraten, so sie Maca zu Beginn der Schwangerschaft für die Abortprävention einsetzen wollen.

4:1 bis zu 20:1 Trockenextrakte sind im Prinzip ähnlich wie die gelatinierten Macapulver, jedoch je nach Grad der Konzentration mehr oder weniger zugespitzt und intensiv in ihrer Wirkung. Sie erlauben außerdem die Einnahme in Kapsel- oder Presslingform, was zwar auch für Rohpulver möglich ist, aber ob der Menge der Kapseln, die man zur Erzielung einer anständigen Dosierung benötigt als wenig probat einzustufen ist. Insbesondere Wirkstoffe wie die leistungssteigernden Macamide reichern sich in Maca-Extrakten an, so dass sie für Sportler interessant sein könnten. Auch sonst ist bei starken Symptomen ein Extrakt in Erwägung zu ziehen.

Glycerin-Tinkturen sind unter den Flüssigextrakten am meisten naturbelassen und enthalten im Gegensatz zu allen anderen Extraktionsverfahren Senfölglycoside annähernd auf Rohpulver-Niveau. Glycerin wird extrem gut und schnell vom Körper resorbiert, was Glycerin-Tinkturen trotz ihrer gegenüber den Trockenextrakten geringeren Konzentration eine beachtliche Wirkmächtigkeit verleiht. Sie eignen sich bei starken Symptomen und normaler Verdauung.

Alkohol-Tinkturen konzentrieren insbesondere fettlösliche Wirkbestandteile und filtern Stärken und Senfölglycoside vollständig heraus. Sie enthalten von allen Maca-Formen die höchste Konzentration von Wirkstoffen wie den Macamiden. Alkoholische Auszüge sind auch diejenigen Maca-Formen, die in den Forschungen zum sportlich leistungssteigernden Aspekt von Maca am häufigsten herangezogen werden. Auch ist hier der aphrodisierende Aspekt am stärksten ausgeprägt. Ihre Wirkung ist steil und zugespitzt.

Eine Sonderform ist darüber hinaus das Homöopathikum Lepidium meyenii das im Prinzip denselben Wirkungsbereich umfasst, wie auch die Pflanze selbst, wenngleich bislang noch kein gesondertes Arzneimittelbild besteht. Was bei der Einnahme zu beachten ist finden Sie eingehend im Beitrag Lepidium meyenii in der Homöopathie dargestellt.

13. Macas besondere Inhaltsstoffe und ihre Wirkung

Macas Wirkung beruht zu einem Gutteil nicht auf seinen Inhaltsstoffen allein, sondern auf der Synergie seiner Inhaltsstoffe. Auch sind noch nicht alle Bestandteile vollständig untersucht. Darum sollen hier nur einige der bekannten Wirkstoffe Macas und ihre Wirkungen genannt werden:

  1. Macamide: FAAH-Inhibitoren mit entzündungshemmender und angstlösender Wirkung, Verbesserung der Regeneration und Ausdauer bei langanhaltendem körperlichen und nervlichem Stress. 
  2. Maca Alkaloide: Darunter u.a. Macaridin, Macaene, Lepidilin A und B. Stehen im Verdacht die hormonelle Modulation am Hypothalamus zu verursachen. 
  3. Senfölglycoside: V.a. Glucotropaeolin mit krebshemmender Wirkung bei Brust- und Prostatakrebs. Senfölglycoside sind natürliche Pestizide und wirken darüber hinaus auch im menschlichen Körper antibakteriell, antiviral und antimycotisch.
  4. Beta-Carboline: Maca enthält geringe Mengen Tryptolin, das gleich einem Antidepressivum die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin hemmt. Tryptolin wirkt außerdem antioxidativ.
  5. Beta-Sitosterol: Senkt den Blutcholesterinspiegel, induziert eine Rückbildung einer leichten Prostatavergrößerung und hemmt die Glatzenbildung bei Männern.
  6. Selen: Maca enthält enorm hohe Mengen an Selen (etwa 700% des Tagesbedarfs pro Normportion von 10g Maca-Rohpulver). Selen stellt eins der wichtigsten Antioxidantien dar und ist für das Funktionieren von allen Hormondrüsen unerlässlich. Selen ist besonders in Deutschland ein Mangelmineral.

Alle diese Wirkstoffe nun sind in unterschiedlicher Konzentration in den verschiedenen Maca-Farben enthalten, was die abweichenden Wirkungen der Sorten mitbegründet. Auch die Art der Verarbeitung spielt dabei eine Rolle sowie die Anbauhöhe, Frische und Qualität. Je höher die Anbauhöhe etwa, desto höher auch der Anteil der Senfölglycoside, die die Pflanze höhenabhängig ausbildet etc. 

14. Maca-Qualität und ihr Einfluss auf die Wirkung

Die Qualität eines jeden Naturprodukts ist ausschlaggebend für seine Wirksamkeit. Dies gilt auch für Maca. Dabei geht es vor allem darum, dass sich Inhaltsstoffe durch die Qualität verändern. Dass etwa die Konzentration der krebshemmenden Senfölglycoside von der Anbauhöhe (und Farbe: in diesem Falle rot) abhängt, wurde in Kapitel 13 bereits erwähnt, so dass es nicht Wunder tut, dass Maca aus niedrigeren Höhenlagen grundsätzlich billiger ist als Maca aus großen Höhenlagen (ideal sind über 4000 m). Aber auch andere Faktoren spielen eine Rolle, wie etwa die Anbauregion: Maca, dass von der Gegend um den Junín-See kommt – ausgewiesen durch die geschützte geografische Bezeichnung „Maca Junín-Pasco“ – enthält etwa 10mal soviel Magnesium wie aus dem Süden derselben Region. Hinzu kommt der Grad der Frische und die Qualität der Trocknung, denn ein sonnengetrocknetes Produkt enthält mehr Vitamine und Enzyme als bei einer maschinellen Trocknung. Die Qualität ist besonders bei der therapeutischen Anwendung von Maca von entscheidender Bedeutung.

All diese Angaben sollten von seriösen Anbietern daher ausgewiesen werden, zumal die Maca-Qualität nach dem Markt-Eintritt der Chinesen, die nunmehr auch genmanipuliertes, synthetisches und potentiell schwermetallbelastetes Maca aus China anbieten, zunehmend in Bedrängnis gerät. Weder die Wirksamkeit noch die gesundheitliche Unbedenklichkeit chinesischem Macas sind bislang geklärt. Chinesische Kunden selbst bevorzugen sichtbar peruanisches Maca in ganzen Wurzeln und zahlen dafür hohe Preise.

Für eine Checkliste aller Qualitätsmerkmale und einen detaillierten Einkaufsführer lesen Sie bitte folgenden Beitrag:

Quellen:

[i] Meissner HO, Mrozikiewicz P, Bobkiewicz-Kozlowska T, et al. Hormone-Balancing Effect of Pre-Gelatinized Organic Maca (Lepidium peruvianum Chacon): (I) Biochemical and Pharmacodynamic Study on Maca using Clinical Laboratory Model on Ovariectomized Rats. International Journal of Biomedical Science : IJBS. 2006;2(3):260-272. PMCID: PMC3614604.

[ii] Gonzales GF, Gasco M, Córdova A, chung A, Rubio J, Villegas L. Effect of Lepidium meyenii (Maca) on spermatogenesis in male rats acutely exposed to high altitude (4340m). Journal of Endocrinology.2004;180(1):173-183. PMID: 14709147.

Rubio J, Riqueros MI, Gasco M, Yucra S, Miranda S, Gonzales GF. Lepidium meyenii (Maca) reversed the lead acetate induced damage on reproductive function in male rats. Food and Chemical Toxicology .2006;44(7): 1114-1122. PMID: 16510228.

[iii] Gonzales-Castañeda C, Gonzales GF. Hypocotyls of Lepidium meyenii (maca), a plant of the Peruvian highlands, prevent ultraviolet A-, B-, and C-induced skin damage in rats. Photodermatol Photoimmunol Photomed. 2008 Feb;24(1):24-31. doi: 10.1111/j.1600-0781.2008.00330.x. PMID: 18201354.

[iv] Canales M, Aguilar J, Prada A, Marcelo A, Huamán C, Carbajal L. Nutritional evaluation of Lepidium meyenii (MACA) in albino mice and their descendants. Arch Latinoam Nutr. 2000 Jun;50(2):126-33. PMID: 11048583.

[v] Gonzales GF, Córdova A, Vega K, Chung A, Villena A, Góñez C. Effect of Lepidium meyenii (Maca), a root with aphrodisiac and fertility-enhancing properties, on serum reproductive hormone levels in adult healthy men. J Endocrinol. 2003 Jan;176(1):163-8. PMID: 12525260.

[vi] Ohta, Y., Yoshida, K., Kamiya, S., Kawate, N., Takahashi, M., Inaba, T., Hatoya, S., Morii, H., Takahashi, K., Ito, M., Ogawa, H. and Tamada, H. (2015), Feeding hydroalcoholic extract powder of Lepidium meyenii (maca) increases serum testosterone concentration and enhances steroidogenic ability of Leydig cells in male rats. Andrologia. doi: 10.1111/and.12453. PMID: 26174043.

[vii] Yang Q, et al. Effects of macamides on endurance capacity and anti-fatigue property in prolonged swimming mice, Pharm Biol. 2016 May;54(5):827-34. doi: 10.3109/13880209.2015.1087036. PMID: 26453017.

[viii] Dording CM, Schettler PJ, Dalton ED, et al. A Double-Blind Placebo-Controlled Trial of Maca Root as Treatment for Antidepressant-Induced Sexual Dysfunction in Women. Evidence-based Complementary and Alternative Medicine : eCAM. 2015;2015:949036. doi:10.1155/2015/949036. PMCID: PMC4411442.

[ix] Zenico T, Cicero AF, Valmorri L, Mercuriali M, Bercovich E. Subjective effects of Lepidium meyenii (Maca) extract on well-being and sexual performances in patients with mild erectile dysfunction: a randomised, double-blind clinical trial. Andrologia. 2009 Apr;41(2):95-9. doi: 10.1111/j.1439-0272.2008.00892.x. PMID:19260845.

[x] Uchiyama F, Jikyo T, Takeda R, Ogata M. Lepidium meyenii (Maca) enhances the serum levels of luteinising hormone in female rats. J Ethnopharmacol. 2014 Feb 3;151(2):897-902. doi: 10.1016/j.jep.2013.11.058. Epub 2013 Dec 11. DOI:10.1016/j.jep.2013.11.058. PMID: 24333960.

[xi] Meissner HO, Reich-Bilinska H, Mscisz A, Kedzia B. Therapeutic Effects of Pre-Gelatinized Maca (Lepidium Peruvianum Chacon) used as a Non-Hormonal Alternative to HRT in Perimenopausal Women – Clinical Pilot Study. International Journal of Biomedical Science : IJBS. 2006;2(2):143-159. PMCID: PMC3614596.

[xii] Meissner HO, Reich-Bilinska H, Mscisz A, Kedzia B. Therapeutic Effects of Pre-Gelatinized Maca (Lepidium Peruvianum Chacon) used as a Non-Hormonal Alternative to HRT in Perimenopausal Women – Clinical Pilot Study. International Journal of Biomedical Science : IJBS. 2006;2(2):143-159. PMCID: PMC3614596.

[xiii] Meissner HO, Mscisz A, Reich-Bilinska H, et al. Hormone-Balancing Effect of Pre-Gelatinized Organic Maca (Lepidium peruvianum Chacon): (III) Clinical responses of early-postmenopausal women to Maca in double blind, randomized, Placebo-controlled, crossover configuration, outpatient study. International Journal of Biomedical Science : IJBS. 2006;2(4):375-394. PMCID: PMC3614644.

[xiv] Ruiz-Luna AC et al. (2005) Lepidium meyenii (Maca) increases litter size in normal adult female mice. Reprod Biol Endocrinol 3: 16. PMCID: PMC1131923.

Oshima M et al. (2004) Effects of Lepidium meyenii Walp and Jatropha macrantha on blood levels of estradiol-17ß, progesterone, testosterone and the rate of embryo implantation in mice. J Vet Med Sci 10: 1145-1146. PMID: 14600359.

[xv] Cho HJ, Lim DY, Kwon GT, et al. Benzyl Isothiocyanate Inhibits Prostate Cancer Development in the Transgenic Adenocarcinoma Mouse Prostate (TRAMP) Model, Which Is Associated with the Induction of Cell Cycle G1 Arrest. Paliyath G, ed. International Journal of Molecular Sciences. 2016;17(2):264. doi:10.3390/ijms17020264. PMCID: PMC4783993.

[xvi] Gasco M, Villegas L, Yucra S, Rubio J, Gonzales GF. Dose-response effect of Red Maca (Lepidium meyenii) on benign prostatic hyperplasia induced by testosterone enanthate. Phytomedicine. 2007 Aug;14(7-8):460-4. Epub 2007 Feb 7. PMID: 17289361.

Gonzales C, Leiva-Revilla J, Rubio J, Gasco M, Gonzales GF. Effect of red maca (Lepidium meyenii) on prostate zinc levels in rats with testosterone-induced prostatic hyperplasia. Andrologia. 2012 May;44 Suppl 1:362-9. doi: 10.1111/j.1439-0272.2011.01190.x. Epub 2011 Jul 18. PMID: 21762188.

[xvii] Gonzales GF,Gasco M, Córdova A, chung A, Rubio J, Villegas L. Effect of Lepidium meyenii (Maca) on spermatogenesis in male rats acutely exposed to high altitude (4340m). Journal of Endocrinology.2004;180(1):173-183. PMID: 14709147.

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[xviii] Meissner HO, Kedzia B, Mrozikiewicz PM, Mscisz A. Short and Long-Term Physiological Responses of Male and Female Rats to Two Dietary Levels of Pre-Gelatinized Maca (Lepidium Peruvianum Chacon). International Journal of Biomedical Science : IJBS. 2006;2(1):13-28. PMCID: PMC3614567.

[xix] Zeng Y, Yang J, Du J, et al. Strategies of Functional Foods Promote Sleep in Human Being. Current Signal Transduction Therapy. 2014;9(3):148-155. doi:10.2174/1574362410666150205165504. PMCID: PMC4440346.

[xx] C. J. Fowler: The potential of inhibitors of endocannabinoid metabolism as anxiolytic and antidepressive drugs–A practical view. In: European neuropsychopharmacology : the journal of the European College of Neuropsychopharmacology. Band 25, Nummer 6, Juni 2015, S. 749–762, doi:10.1016/j.euroneuro.2015.02.005, PMID: 25791296.

[xxi] Congyang Qiu, Tonglin Zhu, Liying Lan, Qingmao Zeng, Zhiguo Du. Analysis of Maceaene and Macamide Contents of Petroleum Ether Extract of Black, Yellow, and Purple Lepidium Meyenii (Maca) and Their Antioxidant Effect on Diabetes Mellitus Rat Model. Braz. arch. biol. technol. vol.59  Curitiba  2016  Epub June 27, 2016. doi:10.1590/1678-4324-2016150462. 

[xxii] Ai Z, Cheng A-F, Yu Y-T, Yu L-J, Jin W. Antidepressant-Like Behavioral, Anatomical, and Biochemical Effects of Petroleum Ether Extract from Maca (Lepidium meyenii) in Mice Exposed to Chronic Unpredictable Mild Stress. Journal of Medicinal Food. 2014;17(5):535-542. doi:10.1089/jmf.2013.2950. PMCID: PMC4025608.

[xxiii] Rubio J, Qiong W, Liu X, et al. Aqueous Extract of Black Maca (Lepidium meyenii) on Memory Impairment Induced by Ovariectomy in Mice. Evidence-based Complementary and Alternative Medicine : eCAM. 2011;2011:253958. doi:10.1093/ecam/nen063.

[xxiv] Guo S-S, Gao X-F, Gu Y-R, et al. Preservation of Cognitive Function by Lepidium meyenii (Maca) Is Associated with Improvement of Mitochondrial Activity and Upregulation of Autophagy-Related Proteins in Middle-Aged Mouse Cortex. Evidence-based Complementary and Alternative Medicine : eCAM. 2016;2016:4394261. doi:10.1155/2016/4394261.

[xxv] Vecera R, Orolin J, Skottová N, Kazdová L, Oliyarnik O, Ulrichová J, Simánek V. The influence of maca (Lepidium meyenii) on antioxidant status, lipid and glucose metabolism in rat. Plant Foods Hum Nutr. 2007 Jun;62(2):59-63. PMID:17333395 DOI:10.1007/s11130-007-0042-z. PMID: 17333395.

[xxvi] Srikugan L, Sankaralingam A, McGowan B. First case report of testosterone assay-interference in a female taking maca (Lepidium meyenii). BMJ Case Reports. 2011;2011:bcr0120113781. doi:10.1136/bcr.01.2011.3781. PMCID: PMC3070333.




4 Responses to “Wirkung von Maca”

  1. Sehr informativer Artikel!!! :-)
    Mich würde nur noch interessieren, ob sich das Maca mit Antidepressiva verträgt? In meinem Fall 60 mg Fluctin.
    Bei 5-HTP und L-Tryptophan wird ja wegen dem erhöhtem Risiko eines Seretoninsyndroms eher abgeraten die Mittel zu kombinieren.

    • Gwendolin Kirchhoff:

      Liebe Frau Seitz, im Prinzip spricht nichts dagegen Maca mit Antidepressiva zu kombinieren. Im Gegenteil gibt es eine Studie mit gelbem Maca bei Libidoverlust durch Antidepressiva mit erfolgreichem Ergebnis ohne Neben- oder Wechselwirkungen. Sie brauchen sich also keine Sorgen zu machen! Bei dem dunklen Sorten lila und schwarz gibt es noch einen eigenen stimmungsaufhellenden Effekt, der ausprobiert werden müsste im Zusammenhang mit den Psychopharmaka. Es kann gut sein, dass die Dosis gesenkt und gleichsam ein Teil der gewünschten Linderung auf Maca ausgelagert werden kann. Sollten Sie diesen Weg gehen, dann sind Sie herzlich dazu eingeladen einen Erfahrungsbericht einzusenden. Liebe Grüße! GK

  2. Oh wow! Das wusste ich noch garnicht, großes Dankeschön für diesen tollen Artikel!

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